Geburtsvorbereitende Akupunktur – Erleichtert die Entbindung und senkt den Schmerzmittelbedarf
Eine Geburt ist vor allem für Erstgebärende manchmal mit Ängsten vor den Schmerzen verbunden. Am Landes-Krankenhaus Gmunden wird ab der 36. Schwangerschaftswoche wöchentlich geburtsvorbereitende Akupunktur angeboten. In Studien konnte durch die Akupunktur eine signifikant kürzere Geburtsdauer durch eine bessere Wehenkoordination und Muttermundsreifung nachgewiesen werden. Auch der Schmerzmittelverbrauch während der Geburt ist bei Frauen nach geburtsvorbereitender Akupunktur deutlich geringer. Zusätzlich können Beschwerden wie Schwangerschaftserbrechen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Gelenksblockaden mit Akupunktur gelindert werden.
An der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburthilfe in Gmunden wird sowohl Nadel- als auch Laserakupunktur durchgeführt. Zwei Ärztinnen und drei Hebammen haben eine spezielle Ausbildung absolviert um diese Behandlungsmethode anbieten zu können „Akupunktur ist eine jahrtausendealte Behandlungstechnik aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, die seit 20 Jahren in der Geburtshilfe etabliert ist. Akupunktiert wird ab der 36. Schwangerschaftswoche einmal wöchentlich“, erklärt OÄ Dr. Carola Fuschlberger-Traxler, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Akupunkturärztin am LKH Gmunden. Die klassischen Akupunkturpunkte liegen auf den sogenannten Meridianen. Über Reizsetzung an diesen Punkten können die inneren Organe beeinflusst werden. Bei der Akupunktur in der Schwangerschaft werden in erster Linie Akupunkturpunkte an den Armen und Beinen behandelt. Dauer der Behandlung ist jeweils 20 bis 30 Minuten.
Neben der entspannenden Wirkung – durch die Behandlungen können zum Beispiel Schlafstörungen gelindert oder sogar behoben werden – belegen klinische Studien, dass durch vier bis acht Akupunkturbehandlungen in den letzten vier Schwangerschaftswochen die Geburt deutlich erleichtert werden kann. „Bei Erstgebärenden kann die Geburtsdauer so um rund zweieinhalb Stunden verkürzt werden“, sagt OÄ Dr. Fuschlberger –Traxler.
Weitere Beschwerden, die sich gut mit Akupunktur behandeln lassen sind Schwangerschaftserbrechen, Rückenschmerzen, Gelenksblockaden sowie das Karpaltunnelsyndrom. Aber auch die Lage des Ungeboren kann durch die Reizsetzung an den Meridianen beeinflusst werden. „Bei einer Beckenendlage des Kindes kann durch Akupunktur das Kind angeregt werden sich in Schädellage zu drehen. Das ist darauf zurückzuführen, dass während und nach der Akupunktur der Mutter vermehrt Kindsbewegungen auftreten“, erklärt OÄ Fuschlberger-Traxler.
Grundsätzlich kann jede Schwangere das Angebot zur Akupunktur annehmen. Bei Frauen, die am LKH Gmunden entbinden, wird die Akupunktur kostenlos durchgeführt. Schwangere, die zu Hause oder in einem anderen Krankenhaus entbinden wollen, sind gegen die Entrichtung eines Unkostenbeitrages auch herzlich willkommen.
Die geburtsvorbereitende Akupunktur wird von den Schwangeren sehr gut angenommen. „Das Angebot wird stark nachgefragt und die Rückmeldungen dazu sind durchwegs positiv. Wir freuen uns, unseren Patientinnen so eine entspannte Geburt und ein positives Geburtserlebnis zu ermöglichen“, so Ass. Dr. Martina Hinterreitner.
Akupunkturambulanz am LKH Gmunden:
Donnerstag, 9.00 – 11.00 Uhr, nach telefonischer Terminvereinbarung unter 050 554/73-33900

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