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Gynäkomastie – Wenn Männer Brüste haben, kann ihnen eine Operation Lebensqualität zurückgebenOÄ Dr. Sonja Pedevilla von der Chirurgischen Abteilung am LKH Gmunden

In einem öffentlichen Bad Abkühlung zu suchen, ist für die meisten unvorstellbar. In einer öffentlichen Sauna oder einer Therme sind sie kaum anzutreffen. Männer die unter Gynäkomastie – der vergrößerten Männerbrust – leiden, verstecken sich. Den Weg zum Arzt/zur Ärztin finden viele erst nach einem langen Leidensweg. „Im Gespräch können wir fast immer eine Lösung für das Problem finden. In rund 90 Prozent der Fälle hilft den Betroffenen eine Operation“, sagt OÄ Dr. Sonja Pedevilla, Fachärztin für Chirurgie am Landes-Krankenhaus Gmunden.

Als Gynäkomastie wird die Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann bezeichnet. Sie tritt entweder ein- oder beidseitig auf und kann manchmal nahezu die Größe einer weiblichen Brust annehmen. Die Belastung für die Betroffenen ist dabei vor allem psychischer Natur. Zu unterscheiden ist zwischen der „echten“ und der „falschen“ Gynäkomastie. „Bei der echten, also krankhaften Gynäkomastie sind in der Regel Hormonstörungen die Ursache, die das Drüsengewebe vermehren“, erklärt OÄ Dr. Pedevilla. Die „falsche“ Gynäkomastie entsteht durch Fetteinlagerungen, die durch Übergewicht oder Adipositas auftreten können.

Für die Behandlung ist die Unterscheidung zwischen diesen beiden Formen entscheidend. „Vor der Therapie muss der Hormonstatus abgeklärt werden, um auszuschließen, dass dieser die Ursache für das Brustwachstum ist. Sollte es sich so verhalten, ist eine urologische Behandlung erforderlich“, sagt die Medizinerin. Des Weiteren wird mittels einer Mammografie oder einer Mammasonografie eine verdächtige Knotenbildung ausgeschlossen. „Liegt eine gutartige, vorwiegend aus Fettgewebe bestehende Brustvergrößerung vor, ist eine entsprechende ästhetische Operationsmöglichkeit gegeben“, erklärt OÄ Dr. Pedevilla.

In den meisten Fällen hilft den Betroffenen eine Operation. „Aus gesundheitlicher Sicht wäre ein chirurgischer Eingriff oft nicht nötig. Um die seelische Belastung zu mindern, ist dieser jedoch meistens sinnvoll“, weiß die Ärztin. Der Eingriff wird minimalinvasiv als Fettabsaugung durchgeführt. In Einzelfällen wird auch die Ausschälung des Drüsenkörpers ergänzend durchgeführt. Der ausgeschälte Drüsenkörper wird noch unter dem Mikroskop auf Unregelmäßigkeiten untersucht, um krankhafte Veränderungen vollends auszuschließen.  „Wichtig und absolut unerlässlich ist ein persönliches und individuelles Aufklärungsgespräch vor dem Eingriff. Die Patienten brauchen die Möglichkeit, Fragen zu stellen und alle Ungewissheiten auszuräumen“, weiß OÄ Dr. Pedevilla. Denn es bestehen Risiken wie Nachblutungen, Infektionen, ungünstige Narbenbildung und vorübergehende Sensibilitätsstörungen.

Mit einem operativen Eingriff ist das Problem für die betroffenen Männer jedoch behoben. „Der Operation folgt schließlich eine entsprechende Narbenpflege und Kompressionsbehandlung. Die Patienten müssen anfangs zudem darauf achten, die Brust vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Ansonsten ist die Behandlung jedoch abgeschlossen“, sagt die Expertin abschließend.


 Die Brust einen Gynäkomastiepatientens vor der Operation.