Minimal invasive Hüftendoprothetik am LKH Gmunden: Neue Hüfte durch einen kleinen Hautschnitt
Meist sind ältere Menschen von Hüftleiden betroffen, und die Angst vor einer Operation ist oft groß. Im Landes-Krankenhaus Gmunden wird seit beinahe eineinhalb Jahren eine um vieles schonendere Methode für Hüftoperationen mit großem Erfolg und Zufriedenheit der PatientInnen angewendet.
Hüftoperationen galten lange Zeit als komplizierte Eingriffe, immerhin musste ein 15 bis 20 cm langer Schnitt, bei dem in der Regel auch die Muskulatur durchtrennt wurde, durchgeführt werden. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Durch die neue Methode – die minimal-invasive Technik – wird die Hüftoperation auf einen kleinen Schnitt reduziert. Dazu Prim. Dr. Reinhold Dallinger, Leiter der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Landes-Krankenhaus Gmunden: „So genannte minimal-invasive Zugänge von hinten wurden auch früher schon durchgeführt. Die neue Hüftoperationsmethode erlaubt uns aber Zugänge von vorne, was den großen Vorteil bringt, dass die Muskulatur nicht mehr vom Hüftgelenk abgelöst werden muss und damit eine wesentlich raschere Rehabilitation gewährleistet wird.“ Dieser Zugang zum Hüftgelenk ist an sich nicht neu, kann aber erst jetzt nach der Entwicklung spezieller Instrumente zur Implantation künstlicher Hüftgelenke herangezogen werden.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung dieser Technik ist natürlich auch eine große Erfahrung des Operateurs auf dem Gebiet der Hüftgelenkschirurgie – im LKH Gmunden sind dies Prim. Dr. Reinhold Dallinger, OA Dr. Karl Schellmann, der diese Methode 2004 nach Oberösterreich gebracht hat, und OA Dr. Jörg Kraupatz. Die konkreten Vorteile für die PatientInnen liegen im geringeren Blutverlust, der Verminderung von postoperativen Schmerzen und der rascheren Rehabilitation. Dadurch verkürzt sich auch der Krankenhausaufenthalt und eine raschere Rückkehr zur gewohnten Bewegungsfreiheit ist möglich.
Diese Technik ist beinahe für jeden Patienten zur Erstimplatation einer Hüftendoprothese geeignet, zeigt die Erfahrung bei über 200 Implantationen, erklärt OA Dr. Schellmann. Auch Revisionseingriffe können auf diese Art durchgeführt werden.
Das LKH Gmunden kann somit jedem Hüftpatienten das für ihn ideale Operationskonzept mit dem optimalen Implantat anbieten.
Zur Auswahl stehen:
- Minimalinvasiver Zugang von vorne oder vorne seitlich
- Burmingham Hüfte
- Standardzugang über den transglutealen Zugang