Neue Methode macht’s möglich: Zukunftsweisende Klumpfußbehandlung am LKH Gmunden
Klumpfüße sind die zweithäufigste orthopädische Fehlbildung bei Neugeborenen, wobei Jungen etwa doppelt so häufig wie Mädchen betroffen sind. Prim. Dr. Reinhold Dallinger, Leiter der Abteilung für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am LKH Gmunden, hat nun den klassischen Weg der Behandlung verlassen und mit einer neuen Technik – der Klumpfußbehandlung nach Dr. Ponsetti – bereits beachtliche Erfolge erzielt.
Als Klumpfuß wird grundsätzlich ein nach innen gekrümmter Fuß bezeichnet, er kann ein- oder beidseitig auftreten. Allerdings gibt es, je nach Schweregrad – von der leichten Klumpfußhaltung bis zum schweren Klumpfuß – zahlreiche Variationen dieser Deformation. In jedem Fall bedeutet diese Fehlbildung eine Verkürzung der Achillessehne. Klumpfüße kommen bei ca. 0,1 % aller Neugeborenen vor. In Österreich wurden sie in klassischer Weise immer ca. sechs Wochen gipsbehandelt und dann im Zuge einer relativ aufwändigen Operation noch zusätzlich korrigiert.
„Bei einem großen Kongress vor zwei Jahren in San Diego hörte ich erstmals von der Technik der Klumpfußbehandlung nach Dr. Ponsetti. Ponsetti – ein amerikanischer Orthopäde – beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Behandlung von Klumpfüßen und hat dabei eine sehr schonende aber auch durchaus logische Behandlungstechnik entwickelt, die sich aber nicht über Amerika hinaus verbreitet hat. Der Kongress zeigte auch, dass es durch die ausgedehnten Operationen, wie sie bei uns immer durchgeführt wurden, zu einer relativen Steifheit des Fußes im späteren Lebensabschnitt kommt“, schildert Prim. Dr. Reinhold Dallinger seine Beweggründe für die Umstellung der Behandlung.
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Erstmals wurde heuer im Jänner ein Ponsetti-Kurs für die Klumpfußbehandlung an der Kinderorthopädie in Speising abgehalten, der diese Methode in zunehmendem Maße auch in Österreich populär machte. Der große Vorteil der neuen Technik ist die schonendere Behandlung, besonders wenn man bedenkt, dass es sich bei den PatientInnen um Neugeborene handelt. Innerhalb von vier bis sechs Wochen unter Gipsbehandlung wird eine nahezu normale Fußstellung erreicht und dann in örtlicher Betäubung die Achillessehne über einen kleinen Schnitt durchtrennt und verlängert, wobei im Anschluss daran der Fuß wiederum drei Wochen eingegipst wird. Hinterher ist nur noch eine Schienenbehandlung erforderlich. |
 Prim.Dr. Reinhold Dallinger bei der Behandlung des kleinen Andre, bei dem diese Methode erstmals angewandt wurde. |
„Wir haben diese Technik erstmals im heurigen Jahr mit einem sehr guten Ergebnis angewandt und werden auch in Zukunft Klumpfüße nach dieser Methode behandeln“, zeigt sich Dr. Dallinger zuversichtlich.
Ansprechpartner:
Prim. Dr. Reinhold Dallinger 07612/796/36200
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Klumpfußbehandlung im Verlauf:

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 Achillessehnenverlängerung über einen 5 mm langen Schnitt in örtlicher Betäubung. |
 Nachbehandlung nach Gipsabnahme. |