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Zentrum Buchberg

 

Diesen Winter bereits 110 ältere Menschen wegen Folgeerkrankungen nach Stürzen behandelt

Stürze sind im Winter angesichts der schneeglatten Wege und Straßen nichts Ungewöhnliches, doch gerade für ältere Menschen können die Folgen verheerend sein. „Begleiterscheinungen wie Lungenentzündungen, Thrombosen oder Blutvergiftungen kommen vielfach vor und verzögern nicht nur den Heilungsprozess, sondern stellen in Kombination mit der Sturzverletzung eine der häufigsten tödlichen Bedrohungen für ältere Menschen dar“, erklärt Prim. Dr. Peter Dovjak, ärztlicher Leiter des Zentrums für Akutgeriatrie und Innere Medizin Buchberg. Alleine in dieser Wintersaison behandelten die Buchberger Experten die internistischen Folgeerkrankungen von 110 Sturzopfern, bis zum Ende der kalten Jahreszeit rechnen sie mit einem Anstieg von weiteren 30 %.

Für ältere Menschen stellen Stürze ein enormes Gefährdungspotential dar, vor allem bei untrainierten, muskelschwachen und internistisch (= die Innere Medizin betreffend) kranken Senioren sind die gesundheitlichen Folgen meist schwerwiegend und äußerst schmerzhaft. „In etwa jeder zehnte Sturz im höheren Lebensalter endet mit schlimmen Verletzungen wie etwa hüftnahen Frakturen, Beckenfrakturen oder Wirbelkörper- und Oberarmbrüchen, die in Kombination mit Begleiterkrankungen mehrere Monate bis zur vollständigen Heilung in Anspruch nehmen. Zusätzlich belastet die Unsicherheit über den Erhalt der eigenen Selbstständigkeit ältere Patienten oft in hohem Maße“, schildert Prim. Dovjak die Folgen.

Haltungs- und Gangstörungen, Gelenksabnützungen, verminderte Seh- und Hörfähigkeit, internistische Begleiterkrankungen, Demenzen sowie die dauerhafte Einnahme von mehr als vier Medikamenten  erhöhen das Sturzrisiko enorm.
Um sich gerade im Winter nicht noch zusätzlichen Gefahren auszusetzen, gilt es entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Prim. Dovjak dazu: „Einfahrten von Schnee freischaufeln oder Sicherheitsarbeiten an Gehwegen durchführen – diese Arbeiten sollten ältere Menschen um ihrer eigenen Sicherheit willen lieber an Jüngere delegieren. Um einen ausgedehnten Spaziergang in der winterlichen Landschaft einigermaßen sicher genießen zu können, sind im Handel spezielle Materialien für Schuhsohlen und Gehstöcke erhältlich, die zusätzliche Stabilität bieten.“

Dass ältere Menschen ihr Sturzrisiko bis zu einem gewissen Maße selbst beeinflussen können, zeigen die Ergebnisse unterschiedlicher Interventions-programme: Bei Patienten, die ein regelmäßiges Kraft- und Balancetraining durchgeführt haben, reduzierte sich das Risiko zu stürzen um beachtliche 30 bis 50 %, geriatrische Interventionsprogramme verzeichneten eine Verringerung der Gefahr um bis zu 39 %, ebenso wie der Einnahmestopp von Psychopharmaka (unter ärztlicher Aufsicht!). Doch nicht nur eisglatte Wege und Straßen bergen ein hohes Sturzrisiko, auch der eigene Haushalt kann schnell zur Gefahrenquelle werden. Teppiche oder Telefonkabel sind beispielsweise bekannte „Stolpersteine“. Im Zuge der medizinischen Behandlung beraten die Buchberger Experten ihre Patienten und deren Angehörige daher auch hinsichtlich Sicherheit im eigenen Heim. Statistisch gesehen stürzt jeder dritte Mensch über 65 Jahren einmal jährlich, die Hälfte davon sogar mehrmals und meist in der vertrauten Umgebung.

„Ein intensives Trainingsprogramm in Form von Mobilisations- und Gymnastikübungen hat sich bei uns im Zentrum Buchberg bereits bewährt. Auch internationale Studien belegen, dass durch gezieltes therapeutisches Programm das Risiko für weitere Stürze um 14 bis 27 % verringert werden kann. Setzen die Patienten das Training auch zuhause fort, reduziert sich das Risiko sogar um bis zu 49 %. Ich denke, diese Zahlen unterstreichen deutlich den schützenden Effekt, der mit Hilfe eines gezielten Muskelaufbau- und Koordinationstrainings realisierbar ist. Möglichkeiten dazu gibt es zur Genüge. Fitnessstudios bieten beispielsweise spezielle Programme für Senioren unter Aufsicht von geschulten Trainern an, aber auch Gymnastikstunden von Ski- oder Turnvereinen sind sehr zu empfehlen. Vermittlungen zu diesen Stunden laufen auch über die Sozialberatungsstellen in den Bezirken und Gemeinden“, möchte Prim. Dovjak älteren Menschen Lust auf sportliche Betätigung machen.

Abb.: Prim. Dr. Peter Dovjak bei der Untersuchung einer Patientin.
Abb.: Prim. Dr. Peter Dovjak bei der Untersuchung einer Patientin.