Gesundheit mit System

Servicemenü:
LKHLogo LKH Gmunden

 

Insektenplage befürchtet: LKH Gmunden gibt wertvolle Erste-Hilfe-Tipps

OA Dr. Aldo VinazzerGerade jetzt, in der warmen Jahreszeit treten Insektenstiche wieder häufiger auf. Vor allem nach dem heißen Juni befürchten Experten im August eine Wespenplage, die für Allergiker gefährlich werden könnte. OA Dr. Aldo Vinazzer von der Unfallchirurgischen Abteilung des LKH Gmunden liefert einige wertvolle Erste-Hilfe-Tipps zur Behandlung von Insektenstichen und rät Allergikern, immer Notfallmedikamente bei sich zu tragen.

Insektenstiche sind allseits gut bekannt und machen nur selten einen Gang zum Arzt erforderlich. Gelegentlich treten jedoch Schmerzen oder Juckreiz auf, die mit speziellen Salben erfolgreich behandelt werden können. Gefährlich werden Insektenstiche dann, wenn sie allergische Reaktionen, wie beispielsweise Ausschlag am ganzen Körper, Kreislaufschwäche oder Atemnot auslösen. In diesem Fall ist sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Insektenstiche im Mundraum können lebensgefährlich werden, da die Zunge und der Rachen dick anschwellen, sodass Erstickungsgefahr droht. „In diesem Fall sollten sofort kalte Umschläge um Hals und Nacken aufgelegt oder Eiswürfel gelutscht werden, damit die Schwellung gestoppt und die Schmerzen gelindert werden. Nach diesen ersten Hilfsmaßnahmen ist sofort ein Arzt aufzusuchen“, betont OA Dr. Aldo Vinazzer vom LKH Gmunden.

Zeckenbisse treten in der warmen Jahreszeit ebenfalls häufiger auf. Vor allem Naturliebhaber, die sich gern und viel im Wald oder in der Nähe von Hecken und Büschen aufhalten, sollten besonders vorsichtig sein und sich schützen. „Von der eigentlichen Bissstelle her stellen Zecken selten ein Problem dar, viel gefährlicher sind die Krankheiten, die dadurch übertragen werden können. Die Gehirnhautentzündung beispielsweise äußert sich durch Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Unwohlsein, Kopfschmerzen sowie Nackensteife und kann unter Umständen sogar tödlich enden. Die beste Vorbeugung gegen FSME ist die Impfung, die jedoch nicht gegen die Borreliose schützt. Die Borreliose ist eine Art Nerven- und Hautkrankheit, die in verschiedenen Stadien auftritt. Anfangs kommt es zu einer bläulich-roten Verfärbung, die sich rund um die Stichstelle ausbreitet. Innerhalb der ersten Tage ist die Erkrankung relativ gut mit Antibiotika behandelbar. Ungünstiger ist es jedoch, wenn dieses Stadium übersehen wird, da die Rötung nach einiger Zeit wieder vergeht. Nach bis zu zwei Jahren treten dann eventuell Probleme wie Gelenksschmerzen, Nervenleiden oder Hautveränderungen auf, bei denen nicht immer gleich eine Borreliose als Ursache erkannt wird.

Um bei einem Aufenthalt in der freien Natur vor Zecken geschützt zu sein, empfiehlt OA Vinazzer Mückencremes, die am ganzen Körper aufgetragen werden und bis zu zwei Stunden vor den lästigen Tieren Schutz bieten. „Lange Kleidung oder Stiefel sind oftmals nicht ausreichend, da Zecken aufgrund ihrer Größe (1-2 mm) überall hinkriechen“, so der Mediziner.

Sollte es trotz umfassender Vorsichtsmaßnahmen zu einem Zeckenbiss kommen, sollte die Zecke umgehend entfernt werden. „Ich rate dringend davon ab, die Zecke mit Klebstoff oder anderen Chemikalien abzutöten, da sie während des Todeskampfes erbricht und Speichel abgibt, in dem unter Umständen die Borreliose – Erreger enthalten sind. Besser ist es, die Zecke vorsichtig mit einer Pinzette herauszuziehen, damit der Kopf nicht in der Wunde bleibt,“ erklärt OA Vinazzer die richtige Vorgehensweise.