Gezüchtete Knorpelzellen implantiert
LKH Gmunden setzt Meilenstein in der Orthopädie
Das Landeskrankenhaus Gmunden setzt in der Orthopädie neue Maßstäbe:
Vor kurzem gelang die Transplantation gezüchteter Knorpelmasse im Kniegelenk.
Bei der 45jährigen Patientin hatte der Kniescheibenknorpel schwere Abnützungserscheinungen. Eine Magnetresonanz (MR)-Untersuchung bestätigte den Verdacht, dass in der Belastungszone der Kniescheibe keinerlei Knorpel mehr vorhanden war. Prim. Dr. Reinhold Dallinger vom LKH Gmunden entschloss sich daraufhin zur Transplantation gezüchteter Knorpelmasse nach einer neuen Technik. Bei einer Fortbildungstagung hatte der Leiter der Orthopädie erst vor kurzem ein verbessertes Transplantations-Verfahren kennen gelernt. „Rund sechs Wochen vor der Implantation haben wir zur Entnahme gesunder, körpereigener Knorpelzellen eine Biopsie durchgeführt. Die entnommenen Zellen schickten wir nach Abano in Italien in ein Fachinstitut zur Züchtung von Knorpelzellen.“ erklärt Prim. Dallinger die genaue Vorgehensweise. |
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Neue Technik lässt Knorpel schneller heilen
Die Technik der Züchtung von Knorpelzellen gibt es bereits seit rund fünf Jahren. Der Nachteil bestand bisher darin, dass die Zellen kein Nährmedium hatten und bei der Operation nur die körpereigene Knochenhaut über den Defekt gespannt werden konnte. Diese bildete dann auch oft kleine Höcker, die in einer zweiten Operation wieder abgetragen werden mussten.
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Die neue Technik verwendet nun ein netzartiges Vlies, auf welches die gezüchteten Knorpelzellen rund zwei Wochen vor der Implantation aufgebracht werden. In diesem Nährmedium beginnen die Zellen Knorpelmasse zu bilden, sodass bei der Transplantation bereits nahezu normaler Knorpel eingesetzt werden kann. Dieser wächst innerhalb von drei Monaten hundertprozentig ein und ist dann vom bestehenden Gewebe nicht mehr zu unterscheiden. „Auch die Belastungen durch Sport sind“, so Prim. Dallinger, der auch Sportmediziner ist, „ab diesem Zeitpunkt kein Problem mehr!“ |
Implantation von Knorpelmasse nun Standard
Die neue Methode wird ab sofort am Landeskrankenhaus Gmunden als Standard angeboten. Zur Anwendung kommt sie am besten für begrenzte Knorpeldefekte im Ausmaß von vier bis sechs Quadratzentimeter im Kniegelenk. Mit Einschränkungen ist eine Transplantation auch am Sprunggelenk machbar. Nicht geeignet sind schwere degenerative Gelenkserkrankungen wie schwere Arthrosen sowie Schäden am Hüftgelenk.
Um rechtzeitige Voranmeldung im LKH Gmunden wird gebeten: Tel: 07612/796-6600.
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 Vorbereitung des Defektes
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 Eingesetztes Transplantat
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