LKH Gmunden verwendet bei Kreuzbandrissen neuartige Titanimplantate
Mit Kreuzbandersatz-Operationen hat das Gmundner Landeskrankenhaus eine Menge Erfahrung: Jährlich werden über 65 Fälle erfolgreich unfallchirurgisch behandelt. Oberarzt Dr. R. Pehn verwendet dabei seit kurzem ein neues Kreuzband-Rekonstruktionssystem: „Die Implantate bestehen aus Titan und sehen aus wie ein 1 cm großer Knopf und ein 2cm großes Stäbchen mit je zwei Löchern in der Mitte. Damit können wir nun eine besonders schonende und schmerzreduzierende Technik anbieten.“
Vordere Kreuzbandrisse sind häufig: Unter den 14000 Frischverletzten, die jährlich im Gmundner Spital auf der Unfallchirurgie unter der Leitung von Prim. Dr. Hager behandelt werden, weisen 200 Patienten einen Kreuzbandriss auf. Meist sind es junge Menschen, die sich die Verletzung beim Sport zuzogen. Gefährlich sind vor allem Fußball, Skifahren, Basketball.
„Der Kreuzbandriss wird oft anfangs gar nicht als solcher erkannt.“ weiss Oberarzt Dr. Pehn aus der Erfahrung, „Schmerzen sind nur in 80% der Fälle vorhanden, jeder Fünfte spürt also nichts. Diese Patienten haben nur ein Verdrehungstrauma und ein subjektiv lockeres Knie.“
Beim hochinstabilen Knie wird eine sog. Frühoperation durchgeführt, das heißt ein Kreuzbandersatz durch eine eigene Sehne zur Verstärkung des vorhandenen Kreuzbandes hergestellt. Andere Spitäler nehmen dazu meist das vordere Kniescheibenband. Nicht so im LKH Gmunden, hier wird eine tiefer im hinteren Abschnitt des Knies liegende Sehne namens Semitendinosus verwendet. Diese ist zwar schwieriger und nur mit äußerster Präzision bei großer Erfahrung des Unfallchirurgen heraus zu lösen, hat aber den großen Vorteil, dass der Patient keine Narbe mehr mitten am Knie hat. Zur Fixierung gelangen die neuen Titanimplantate zur Anwendung, die am Ober- und Unterschenkelknochen befestigt werden.
Besonderheit Nr 2:
Arthroskopische Kreuzbandnaht
Als zweite Besonderheit kann das LKH Gmunden auch noch als eines der wenigen Spitäler in OÖ. die Anwendung der sog. Arthroskopischen Kreuzbandnaht aufweisen. Pehn: „Das ist ein sehr kleiner Eingriff. Wir hängen den glatt gerissenen Kreuzbandstumpf mit einer Naht wieder auf und können so Teilfunktionen des eigenen Kreuzbandes, vor allem die empfindlichen Bewegungssensoren erhalten. Nach nur drei Tagen kann der Patient wieder nach Hause gehen.“
Diese spezielle Nahttechnik wendet das LKH Gmunden allerdings nur bei frischen und glatt gerissenen Kreuzbandverletzungen an. Rund 35 Fälle im Jahr werden mit der arthroskopischen Kreuzbandnaht behandelt.
All diese Besonderheiten sind auf eine engagierte Teamarbeit der Unfallchirurgie zurückzuführen, wo der Operateur selbstverständlich auch selbst die Nachkontrolle der Patienten übernimmt und so ständig direkte Rückmeldungen über den Operationserfolg erhält.